Stellplätze in Europa mit unterschiedlichen Regeln

Die Regelungen für die Stellplätze in Europa sind recht unterschiedlich

Die Anzahl der Stellplätze in Europa nimmt weiterhin zu. Immer mehr Urlaubsregionen und auch Städte haben gemerkt, dass die Wohnmobil-Fahrer eine weitere Einnahmequelle darstellen. Doch es gelten unterschiedliche Regeln für die Stellplätze Europa ’s.

Stellplätze in Europa, Bar Le Duc , Frankreich
Stellplätze Europa, hier: Yachthafen in Bar Le Duc , Frankreich

In vielen gut besuchten und beliebten Regionen in Europa sind neue Wohnmobil-Stellplätze entstanden und es entstehen auch weiterhin immer wieder neue. Somit haben Wohnmobil-Reisende mehr als je zuvor  die Möglichkeiten sich recht frei bewegen zu können. Oft kann man wirklich dort, wo es einem gefällt, spontan eine Nacht verbringen, weil es einen Stellplatz gibt. Einen Überblick gibt einem ganz klassisch ein Stellplatzführer* in gedruckter Form auf Papier. Aber heute auch entsprechende Seiten im Internet oder auch eine App für Tablet und Telefon. Anhand dieser, in den unterschiedlichen Medien, aufgeführten Stellplätze in Europa kann man seine Reise planen oder spontan am Abend einen Platz für die Nacht suchen. Die offiziellen Plätzen bieten ein wenig Sicherheit und haben außerdem oft eine Möglichkeit der Ver- und Entsorgung.  Die Plätze können kostenlos sein oder die normalen Parkgebühren, wie auch für Pkw, kosten. Aber bei kompletter Ausstattung mit Duschen und Strom kann der Preis auch jenseits von 20,00 € pro Nacht liegen.

Freies Stehen ist leider nur noch selten möglich und oft nicht erlaubt

Diese in den letzten Jahren erhöhte Dichte an Stellplätzen hat dazu geführt, dass in touristisch attraktiven Regionen die sonstigen Parkmöglichkeiten für Wohnmobile stark eingeschränkt wurden. Auf einem Parkplatz am Schwimmbad oder Sportplatz zu übernachten wird nicht mehr so häufig toleriert wie noch vor wenigen Jahren.

Insbesondere in den Urlaubsregionen in Europa, die über recht viele Campingplätze* verfügen, werden Verbote auch schon mal mit Hilfe der örtlichen Behörden durchgesetzt oder ein Parkplatz erhält eine Höhenbeschränkung, die dann mittels einer entsprechenden Barriere durchgesetzt wird. Selbst erlebt haben wir es leider schon in den Niederlanden. Wesentlich mehr Toleranz haben wir in Frankreich oder Italien erfahren, obwohl es auch hier immer mehr Barrieren gibt.

Da sich in den letzten Jahren aber immer mehr Wohnmobilisten sehr daneben benehmen (z.B. Schmutzwasser ablassen, Müll zurücklassen oder nicht die bordeigene Toilette benutzen), kann ich diese Barrieren gut nachvollziehen und habe Verständnis dafür, dass es leider immer mehr reglementiert wird!!!


Bei längerem Aufenthalt doch lieber auf einen Campingplatz?

Selbst für die offiziellen Stellplätze Europa ’s, die auch so verzeichnet sind, haben unterschiedliche Regeln. Sogar das Frühstücken unter freiem Himmel oder unter der Markise ist auf Stellplätzen nicht überall gestattet. Für eine einmalige Übernachtung lassen wir uns da in der Regel aber nicht abschrecken. Wir essen gerne draußen.

Für einen längeren Aufenthalt an einem Ort  kann ein Campingplatz durchaus eine bessere Wahl sein. Es hat einfach den Vorteil, dass beispielsweise die Markise nicht immer gleich eingerollt werden muss, wenn man das Wohnmobil verlässt. Aber es ist auch so, dass es in vielen Ländern keine Alternativen zu Campingplätzen gibt. Hier sind sie oft die einzige sichere und  legale Möglichkeit selbst, wenn es sich nur um eine Übernachtung handelt.  Mit reduziertem Komfort und günstigen Preisen ähneln einige Anlagen in Osteuropa jedoch ohnehin eher einem Stellplatz als einem Campingplatz, so wir wir es im letzten Urlaub in Tschechien erfahren haben. Aber ich bin mir sicher, dass sich das in Zukunft noch ändern wird.

unterschiedliche Regelungen für die  Stellplätze in Europa

Land

Stellplatz-Regeln

Albanien Außerhalb von Camping- und Stellplätzen ist das Übernachten verboten. Es gibt einzelne Campingplätze, insbesondere in Küstennähe, aber sehr wenige Stellplätze
Bosnien/Herzegowina Eine Übernachtung außerhalb von Camping- und Stellplätzen ist verboten Es gibt vereinzelte Campingplätze,  aber sehr wenige Stellplätze
Belgien Campingplätze gibt es in ganz Belgien, viele an der Küste, wenige Stellplätze an der Küste. Übernachtung außerhalb von Camping- und Stellplätzen maximal 24 Stunden, wenn kein Straßenverkehr behindert wird
Bulgarien Übernachten außerhalb von Camping- und Stellplätzen ist grundsätzlich verboten, auch auf Privatgrund. Vergleichsweise wenig Campingplätze, kaum Stellplätze,
Dänemark Viele Campingplätze, Stellplätze auch bei Gaststätten, Bauernhöfen, Yachthäfen, und außerhalb  vieler Campingplätze. Außerhalb von Camping- und Stellplätzen ist das Übernachten verboten (außer auf Privatgrund)
Deutschland Sehr viele Campingplätze, viele Stellplätze, eine Übernachtung außerhalb von Camping- und Stellplätzen zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit ist erlaubt max. 10 Std, teils regionale Verbote (z.B. Naturschutzgebiete)
Estland Campingplätze befinden sich vor allem an der Osstsee-Küste, aber keine Stellplätze, außerhalb von geschlossenen Ortschaften ist das einmalige Übernachten erlaubt.
Finnland Campingplätze sind übers ganze Land verteilt, Stellplätze befinden sich überwiegend bei Gaststätten, Übernachten außerhalb von Campingplätzen ist nur auf Privatgrund erlaubt
Frankreich Sehr viele Campingplätze, viele Stellplätze, eine Übernachtung außerhalb von Camping- und Stellplätzen wird durch örtliche Vorschriften geregelt, teils regionale Verbote, auf Korsika ist davon generell abzuraten.
Griechenland Viele Campingplätze überwiegend an den Küsten, aber wenig Stellplätze, Übernachten und Campen außerhalb von Campingplätzen verboten
Großbritannien Sehr viele Campingplätze, viele Stellplätze Übernachtung außerhalb von Campingplätzen durch örtliche Vorschriften geregelt.
Irland viele Campingplätze, viele Stellplätze überwiegend an der Küste. Übernachtung außerhalb von Campingplätzen ist erlaubt, allerdings am Straßenrand verboten, sonst örtliche Vorschriften beachten.
Italien Sehr viele Campingplätze, viele Stellplätze vor allem in Nord- und Mittelitalien. Übernachten außerhalb von Camping- und Stellplätzen ist für eine Nacht allerdings erlaubt. Örtliche Vorschriften beachten, nicht in Nationalparks und staatlichen Wäldern
Kroatien Sehr viele Campingplätze,wenige Stellplätze überwiegend an der Küste, Übernachten außerhalb von Camping- und Stellplätzen ist auch auf Privatgrund verboten.
Lettland wenige aber flächendeckende Verteilung an Campingplätzen, wenige Stellplätze, außerhalb von geschlossenen Ortschaften Übernachtung erlaubt. Auf Privatgrund mit Erlaubnis des Besitzers gestattet.
Litauen Campingplätze vor allem an der Küste und an Seen, wenige Stellplätze, außerhalb von geschlossenen Ortschaften Übernachtung erlaubt
Luxemburg viele Campingplätze, wenige Stellplätze, Übernachten ist außerhalb von Campingplätzen verboten.
Mazedonien wenige aber flächendeckende Verteilung an Campingplätzen, kaum Stellplätze, außerhalb von Campingplätzen ist Übernachten verboten
Montenegro wenige aber flächendeckende Verteilung an Campingplätzen, kaum Stellplätze, außerhalb von Campingplätzen ist Übernachten verboten
Niederlande Sehr viele Campingplätze, viele Campingmöglichkeiten auch an Bauernhöfen, viele Stellplätze, Übernachten ist außerhalb von Camping- und Stellplätzen verboten.
Norwegen Im Süden des Landes gibt es reichlich Campingplätze, und ebenso viele Stellplätze, beim Übernachten außerhalb von Camping- und Stellplätzen örtliche Verbote beachten. nicht an landwirtschaftlich genutzten oder kultivierten Flächen; Mindestabstand zu Häusern 150 m
Österreich Campingplätze im ganzen Land, Stellplätze in allen Landesteilen.  Übernachtung außerhalb von Camping- und Stellplätzen maximal eine Nacht erlaubt, kann aber problematisch werden, regionale Verbote (Tirol, Wien).
Polen es gibt viel Campingplätze, viele davon  an der Küste, sehr wenige Stellplätze. Nächtigen außerhalb von Camping- und Stellplätzen ist  an der Küste und in Naturschutzgebieten verboten. Ansonsten nur mit Genehmigung der örtlichen Behörden
Portugal viele Campingplätze vor allem in Küstennähe, Stellplätze im ganzen Land , Übernachtung außerhalb von Camping- und Stellplätzen grundsätzlich verboten.
Rumänien Campingplätze vor allem an der Schwarzmeer-Küste, keine Stellplätze, Übernachtung außerhalb von Campingplätzen erlaubt.
Russland  Übernachten außerhalb von Campingplätzen ist verboten
Schweden Große Anzahl an Campingplätzen im Süden und der Mitte des Landes, Stellplätze über ganz Schweden verteilt. Beim Übernachten außerhalb von Camping- und Stellplätzen örtliche Verbote beachten. Nicht an landwirtschaftlichen Nutzflächen sowie in der Nähe von Häusern; örtliche Beschränkungen am Dalsland-Kanal,
an der Westküste zwischen Göteborg und der norwegischen Grenze, am Österdaläven und nördlich von Mora
Schweiz Flächendeckende Verteilung der Campingplätze, Stellplätze gibt es in allen Landesteilen, Übernachtung außerhalb von Camping- und Stellplätzen nur mit behördlicher Genehmigung.
Serbien Vergleichsweise wenig Campingplätze, kaum Stellplätze. Übernachtung außerhalb von Campingplätzen nur unter besonderen Umständen und mit Genehmigung der örtlichen Behörden.
Slowakei Campingplätze in allen Landesteilen, aber sehr wenig Stellplätze, Übernachtung außerhalb von Campingplätzen verboten.
Slowenien Campingplätze vor allem im Nordwesten des Landes, ausreichend Stellplätze und Versorgungsstationen. Übernachtung außerhalb von Camping- und Stellplätzen verboten.
Spanien Sehr viele Campingplätze und Stellplätze. Übernachtung außerhalb von Camping- und Stellplätzen nur mit Genehmigung der örtlichen Behörden erlaubt.
Tschechien ausreichende Anzahl an Campingplätzen, wenig Stellplätze, Übernachtung außerhalb von Campingplätzen ist  verboten.
Türkei viele Campingplätze  in Küstennähe , aber wenig Stellplätze. Übernachtung außerhalb von Camping- und Stellplätzen nur mit Genehmigung der örtlichen Behörden. Regionale Verbote (z.B. geschützter Wald)
Ungarn  Campingplätze flächendeckend, sehr wenig Stellplätze, Übernachtung außerhalb von Campingplätzen verboten.

Vor einer Reise informieren

Um sicher zu sein und das geltende Recht bei der Planung einer Tour einfließen zu lassen, sollte man sich immer über die aktuelle Rechtslage informieren.  Dies gilt neben den Regeln für Stellplätze  beispielsweise auch bei der Absicherung von Fahrrädern auf einem Heckträger.

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