Versorgung und Entsorgung beim Wohnmobil

Teile diesen Beitrag

Versorgung und Entsorgung beim Wohnmobil

Die Versorgung und Entsorgung beim Wohnmobil wird in den meisten Fällen an speziellen Stationen durchgeführt. Sie befinden sich oft an Stellplätzen, auf oder vor Campingplätzen, aber auch bei Rastplätzen,  bei Wohnmobilhändlern oder größeren Tankstellen. In Dänemark sind sie auch an Autobahnrastplätzen zu finden.  In Frankreich gibt es durchaus Ver-und Entsorgungsstationen auch ohne, dass es eine Stellplatz nebenan gibt. Manchmal sogar mitten im Ort. Meist sind die Ver-und Entsorgungsstationen (V/E Stationen) durch ein Hinweisschild ausgewiesen. Entsorgungsstationen und Versorgungsstationen sind erklärungsbedürftig. Oft gibt es an diesen Stationen auch eine Versorgung mit Landstrom. Diese wird in diesem Artikel aber nicht berücksichtigt.

Schlechter Stellplatz für Wohnmobile in Osnabrück
Diese VE-Station hat sich wohl erledigt

Insbesondere Wohnmobil-Neulinge stellen sich zunächst wesentliche Fragen. Sei es, dass ein Wohnmobil ausgeliehen wurde oder, dass man seit kurzem selbst stolzer Besitzer einer fahrbaren Unterkunft bist. Wo bekommen ich frisches Wasser und was mache ich mit dem verbrauchten Wasser? Wie bekomme ich das Wasser in den Tank? Und wenn die Toilettenkassette voll ist, was dann? Solange das Wohnmobil zuhause steht, ist es ja ganz einfach mit dem Befüllen vom Wassertank. Aber schon beim Leeren des Tanks mit dem gebrauchten Wassers geht zuhause nicht so einfach.

Was benötigt man zur Versorgung mit Wasser?

Es gibt Hilfsmittel, ohne die es nicht geht und andere die einem das Einfüllen

Versorgung und Entsorgung beim Wohnmobil - Strassenschild
Versorgung und Entsorgung beim Wohnmobil – Straßenschild

des Wasser je nach Situation erleichtern können. Ein ausreichend langer Schlauch, verschiedene Wasserhahnadapter* und eine gewöhnliche Gießkanne sind aus meiner Sicht die Basis. Ich habe schon vor längerer Zeit einen Artikel dazu geschrieben, daher gehe ich hier nicht weiter auf die Hilfsmittel ein. In diesem Artikel: Wasser tanken  kannst Du mehr erfahren. Frischwasser wird fürs Waschbecken, die Dusche und Toilettenspülung benötigt. Zum Trinken oder zur Zubereitung von Lebensmitteln verwenden wir es eher nicht. Neben dem Auffüllen des Wassertanks mit Frischwasser ist natürlich auch das Ablassen des verbrauchten Wassers wesentlich. Für gewöhnlich ist Beides an den Stationen möglich.

Unterschied von Grau- und Schwarzwasser

Es wird zwischen Grauwasser und Schwarzwasser unterschieden. Im Grauwassertank wird das Wasser gesammelt, welches nach dem Abwasch aus dem Spülbecken läuft, ebenso wie das Wasser aus dem Waschbecken und der Dusche im Bad. Der Tank für Grauwasser befindet sich in der Regel unterhalb vom Wohnmobil. Als Schwarzwasser bezeichnet man das Wasser, das im Schwarzwassertank (Fäkalientank) bzw. in der Toilettenkassette gesammelt wird. International wird dieses Wasser auch als Black Water bezeichnet. Dieses Wasser wird im Normalfall getrennt von Grauwasser entsorgt. Die wenigsten Mobile verfügen über einen Schwarzwassertank. Sie sind eher bei recht großen Fahrzeugen zu finden.

Wo und wie findet man die Stationen für Versorgung und Entsorgung?

Zum einen sind die Stationen durchaus zu finden, wenn man mit offenen Augen durch die Ortschaften fährt. Wir gehören zu denen, die Autobahnen in der Regel versuchen zu vermeiden, um auch mal spontan irgendwo zu bleiben. Bei der Durchfahrt kleiner Ortschaften sind die Schilder, die auf eine Station hinweisen, häufiger zu sehen, als man vermutet. Insbesondere in Frankreich fallen sie auf.  Wenn wir wissen, das es bald nötig wird Wasser abzulassen oder die Toilettenkassette zu leeren, fahren wir auch schon mal etwas früher an eine Station, die wir „zufällig“ entdeckt haben. Die modernere Option, eine Servicestation zu finden, ist heutzutage natürlich die Verwendung einer App fürs Smartphone oder Tablet.

Wir wenden normalerweise Beides an. Auf diese Art haben wir immer irgendeine Station gefunden; auch schon recht kuriose selbstgebaute Versorgungseinrichtungen, bei denen beispielsweise einfach nur ein frei zugänglicher Wasserhahn aus einer Wand kam und ein simpler, leicht abgesenkter Gully im Boden war.

Versorgung mit frischem Wasser

Der Wasserhahn für frisches Wasser und die Entsorgungseinheit sollten räumlich von einander getrennt sein.

Ist dies gegeben, schließen wir immer zuerst den eigenen Schlauch fürs Frischwasser an und verbinden ihn über den Wassertankdeckel von HEOS* mit dem Tank. Dabei achten wir darauf dass der Schlauch nach Möglichkeit nicht den Boden berührt. Sollte ein Schlauch vom Betreiber der Station angebracht sein, ist das ja vielleicht eine nette Geste. Aber ein derartiger Schlauch kommt bei uns keinesfalls an den Wassertank.

Wir haben es schon erlebt, dass Wohnmobilreisende einen derartigen Schlauch unterm Wohnmobil durchgeschoben haben, wo der Ablass fürs Grauwasser war. Anschließend hängt dieser Schlauch dann im Tank. 

Ablassen vom Grauwasser

Über diesem Gully sollte sich der Ablass vom Grauwasser befinden bevor dieser geöffnet wird. Manchmal befindet sich der Gully leider nicht in einer kleinen Senke. Daher ist genaues Positionieren vom Wohnmobil wichtig. Sonst sieht es leider so aus, wie auf dem Foto oben in der Mitte.

 

Die dreckige Suppe aus dem Tank verteilt sich in der näheren Umgebung. Die Nachfolger beim Wasser ablassen dürfen dann eventuell durch die Restbrühe latschen. Klar ein wenig kann immer daneben fließen. Aber leider gibt es hier echte Ignoranten, denen es völlig egal ist.  Wo ist das Problem dem Grauwasserablass genau über einem Gully zu positionieren?

An manchen Stationen liegt es aber auch an denen, die die V/E-Station gebaut haben. Leider sind die recht kleinen Gullys einfach nicht immer so anzufahren, dass das Wohnmobil mit dem Ablass genau überm Bodeneinlass stehen kann.  Das entschuldigt aber nicht das Ablassen der dreckigen Suppe einfach so auf dem Untergrund. Vorher schauen, ob die Station mit der rechten oder linken Seite angefahren werden sollte. Ansonsten gibt es für derartige Situationen  extra einen Abwasserschlauch*, um einen großen Abstand zu überbrücken.

An den Stationen befindet sich fast immer ein Knopf, mit dem zum Schluss noch eine Spülung betätigen lässt. Auch dieser sollte genutzt werden. Der Nachfolger an der Station wird dankbar sein.

Neben dem Ablassen des Grauwassers kann fast immer auch die Toilettenkassette an den Stationen geleert werden.

Leerung der Toilettenkassette

Eigentlich ist das auch keine große Herausforderung.  Die Leerung der Kassette kann parallel zum Ablassen des Grauwassers durchgeführt werden. Leider wissen aber auch hierbei einige nicht so ganz was sie tun.

An den Service-Säulen ist grundsätzlich alles genau beschrieben. Welcher Abfluss, welcher Wasserhahn (Druckknopf) und welcher Schlauch zu welchem Zweck dient.

einfache Versorgung
einfacher Wasserhahn und Bezahlung in einer Metallbox

Die Kassette wird in der Regel, aus verständlichen Gründen, über den Ablass mit der größten Öffnung geleert. Es ist meist eine runde Öffnung, in die das Ausgussrohr der Toilettenkassette bequem rein passt. Manchmal ist es auch ein Becken mit einem ebenso großen Abfluss oder er versteckt sich unter einem Deckel im Boden. Einen derartigen Deckel zu öffnen kann schon recht eklig sein. Aber was sich manchmal unter einem dieser Deckel verbirgt, kann einen schon an der Menschheit zweifeln lassen.  Da hängen neben den Papierresten manchmal noch ganz andere Reste.

ALLE industriel hergestellten Stationen für Entsorgung und Versorgung haben einen Druckknopf oder einen Hahn, mit dem eine Spülung betätigt werden sollte! Und das kostet nichts!

Ein wichtiger Druckknopf an der Kassette

Wer die Kassette leert, muss unbedingt dabei den sich farblich abhebenden (meist gelb o. orange) Knopf gedrückt halten. Nur so kann kontinuierlich Luft in den Fäkalientank nachziehen und der Dreck fließt besser raus.

Im Anschluss an die Leerung spülen wir die Kassette ordentlich. Auch dafür gibt es an den Stationen einen extra Wasserhahn mit oder ohne flexiblem Schlauch. Über diesen, und nur diesen,  soll das Wasser in die Toilettenkassette zum Spülen gefüllt werden. Ist dann auch die Kassette ausgespült wird sie wieder eingesetzt. Wenn nötig, auch nochmals den Abfluss von der Station mit Wasser spülen.

Das geht gar nicht bei der Versorgung und Entsorgung

Was niemand an der Station für Versorgung und Entsorgung gerne sieht

Bitte lasst das Grauwasser so ab, dass es auch tatsächlich in dem Abfluss – egal ob Gully oder Rille – landet, der fürs Grauwasser vorgesehen ist. Es sollte doch jeder schaffen können, das Wohnmobil so zu platzieren, dass tatsächlich keine riesige Wasserlache aus ekligem Dreckwasser entsteht.  Und wenn es mal nicht passen will weil Wohnmobil und Station nicht zusammen passen, dann benutzt einen Abwasserschlauch. Euer Nachfolger an der Station wird es euch danken und sich freuen. 

Benutzt die richtigen Wasseranschlüsse und -schläuche

Jeder Schlauch hat seine eigenen Funktion.  Oft ist ein langer Schlauch an einem Wasserhahn angeschlossen, der sich an der Station in der oberen Hälfte befindet. Dieser aufgerollte Schlauch dient nur zum Auffüllen der Wasservorräte. Er sollte nicht auf dem Boden liegen, sondern nach der Anwendung wieder an der Halterung aufgerollt werden. Der Boden an den Versorgungsstationen ist ja leider oft recht versifft. Ein Wasserschlauch für Frischwasser hat dort absolut nichts zu suchen.

Werbung

Noch ekliger ist es, diesen Schlauch mal eben in die zu reinigende Toilettenkassette zu halten um den Wasserdruck zum Spülen zu nutzen. Zu diesem Zweck gibt es an den Stationen einen weiteren, oft recht kurzen Schlauch. Er befindet sich eher im unteren Bereich der Station und dient einerseits dazu, die Toilettenkassette zu reinigen, aber auch dazu, die Reste der Kassettenfüllung die im Abfluss hängen zu entfernen und wegzuspülen.

Ja,  es gibt eine Spülung an den Stationen nach der Entsorgung und Versorgung

Wer seine Hinterlassenschaften aus der Kassette an der Station los geworden ist, sollte sich dann nicht nur um die Kassette kümmern, sondern auch um seinen Dreck, der sich noch irgendwie im Ausguss der Station befindet. Oft bleiben Reste vom Toilettenpapier am oder im Abfluss hängen. Manch einer schreckt aber auch nicht davor zurück, mehr Hinterlassenschaften liegen zu lassen. Absolut zum Kotzen!!! Das muss ich mal so deutlich sagen. Wo ist das Problem, ganz einfach mal die Spülung zu benutzen! Ich frage mich da schon, wie es bei diesen Ignoranten sonst so aussieht.

Das gilt im Übrigen auch für die Besitzer von Fäkalientanks, die ja ihren Tank durchaus über die Gullys oder Grauwasserabflüsse leeren dürfen. Wenn in euren Tank nicht alles ordentlich zerkleinert wird, bleibt auch aus diesen Tanks  jede Menge an ekelhaften Restprodukten hängen. Auch diese Abflüsse können mit Wasser ordentlich gereinigt werden. Es ist nicht nötig nach dem Prinzip „Nach mir die Sinnflut“ zu handeln.

Diese Spülungen sind im Übrigen kostenlos.

Zu guter Letzt – Geduld und offene Augen

Alle Versorgungsstationen haben Aufkleber auf denen die Anwendung beschrieben ist. Leider ist der Text manchmal nicht mehr ganz deutlich zu lesen. Aber dann bleibt ja der Text an der nächsten Station. Es macht Sinn sich einmal genauer damit zu beschäftigen, solange einem die Anwendung nicht ganz klar ist. Ansonsten besteht ja auch immer die Möglichkeit jemanden zu fragen, der gerade an der Station beschäftigt ist.

Werbung

Es kommt ja durchaus vor, dass mehrere Wohnmobile zeitgleich entsorgen oder versorgen wollen. Das wäre beispielsweise ein guter Moment, sich über die Station in einem Gespräch zu informieren.

Apropos Schlange stehen an der Station: Klar nervt es, wenn man anstehen muss! Aber das heißt nicht, dass man sich irgendwie dazwischen schieben sollte, um beispielsweise mal schnell die Toilettenkassette zu leeren. Entweder stellt man sich an und hat Geduld oder aber fährt einfach weiter. 

٭=affiliate link

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

fünf × zwei =