Ribe – älteste Stadt Dänemarks

Ribe gilt als älteste Stadt Dänemarks

Ribe kommt offensichtlich gut damit klar, den Status als älteste Stadt Dänemarks inne zu haben  auch wenn die Stadt recht klein ist.  Auf unserer Tour durch Dänemark war dieser überschaubare Ort unser erstes Übernachtungsziel.

REISEFÜHRER DÄNEMARK٭

Ribe war erstaunlicherweise einst die größte und wichtigste Stadt Dänemarks. Heute geht es eher beschaulich zu. Die Innenstadt hat einen gut erhaltenen, mittelalterlichen Stadtkern mit zahlreichen Fachwerkhäusern. Trotz eines unbequemen, aber schönen Kopfsteinpflasters sind die Strassen der Altstadt mit den zahlreichen kleinen Geschäfte  und Cafés sehr gut besucht, zumindest in der Urlaubszeit. Im Winter wird es wohl eher sehr geruhsam sein.

Uns hat es Spaß gemacht, hier durch die Gassen zu schlendern und die

Ribe - Strassencafé
Ribe – Strassencafé

meist kleinen Geschäfte in der Einkaufsstraße zu betreten oder nur durchs Fenster zu schauen. Es ist nicht so, wie in Deutschland, wo mittlerweile eine Fußgängerzone aussieht, wie jede andere. Hier, in Ribe, findet man in der Innenstadt fast nur inhabergeführte Geschäfte. Für einen Ort mit gerade mal 8500 Einwohnern ist das Angebot erstaunlich.

Die Innenstadt ist für Wohnmobil-Reisende sehr bequem zu Fuß zu erreichen. Den zentrumsnahen Stellplatz habe ich schon an anderer Stelle beschrieben.

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Ribe ist gut 1300 Jahre alt

Die Stadt wurde um 710 am Fluß Ribe Å gegründet.

Dom von RibeDie gesamte Altstadt ist von diesem Fluss umschlossen und somit eine Insel, was aber nicht so eindeutig zu erkennen ist. Mitten im Zentrum dieser Insel thront die imposante, weit sichtbare Domkirke mit ihren unterschiedlichen Türmen. Der Bau wurde um 1150 begonnen und zwischen 1225 und 1250 beendet. Ursprünglich waren beide Kirchtürme gleich hoch. in der Weihnachtsnacht 1283 brach der Nordturm in  sich zusammen. Er wurde bis 1333 durch einen quadratischen Sturmglockenturm aus Ziegelsteinen ersetzt, von dem man aus 50 m Höhe einen sehr schönen Ausblick über die flache Landschaft hat.

STRASSENKARTEN DÄNEMARK٭

Auch viele der Gebäude, die sich in direkter Nachbarschaft zum Dom befinden, sind sehr sehenswert.

Kannikegården
Kannikegården etwas im Hintergund

Dazu zählt auch ein harmonisch integrierter Neubau von 2016 (Kannikegården), der sehr schön zum Gesamteindruck passt. In dem Gebäude aus gebranntem, vulkanischen Ton befinden sich hinter dem Glas im untersten Stockwerk die Ruinen des vermutlich ältesten Ziegelgebäudes Dänemarks. Dieses Gebäude (bzw.  Lundgaard & Tranberg Architects)  war eines von fünf Finalisten für den EU Mies Award 2017, die höchste Auszeichnung für Europäische Architektur.

Gemütliche Einkaufs-Strasse beginnt hinterm Dom

Hinterm Dom befindet sich auch das Turistbureau der Stadt. Es liegt gegenüber der Dom-Rückseite. Hier kann man sich über die Stadt erkundigen, aber auch Informationen über das nahe gelegene Weltkulturerbe Wattenmeer oder die nicht weit entfernte und jüngste Stadt Esbjerg bekommen. Buchungen für einen Stadtrundgang oder einen Nachtwächter-Führung sind hier auch möglich.

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Neben der Touristeninformation zweigt die Strasse ‚Overdammen‘ ab. Hier beginnt die „Shoppingmeile“.

Bei vielen kleinen Geschäften kann man hier gemütlich bummeln. Nach einem kurzen Stück kommt man direkt am alten Hafen vorbei. Kaum zu glauben, dass es mal der wichtigste, dänische Nordsee-Hafen gewesen ist!  Er ist recht übersichtlich!  Wer an einem Mittwoch in den Monaten von Mai bis hier vorbei schlendert, hat das Glück, sich zusätzlich am Skibbroen (Schiffsbrücke)  Markttag erfreuen zu können.

Hafen von Ribe
Hafen von Ribe

Hinter der Hafenbrücke führt die Fußgängerzone mit  kleinen Geschäften weiter über den Nederdammen. Am Ende dieser Straße gelangt man, wenn man rechts geht, zum Kunstmuseum und dieser Straße weiter folgend zum Museet Ribes Vikinger.  Wir waren nicht in diesem Museum, weil die Sonne es  zu gut meinte. Wir haben uns daher lieber in Freien aufgehalten und sind durch die Straßen und alten, engen Gassen von Ribe geschlendert. Museen sind bei uns eher etwas für verregnete Tage.

Typisch dänisch, diese Blumen

Beim Schlendern abseits der Einkaufsstraße fallen uns die unzähligen,

in einer gemütlichen Seitenstraße
in einer gemütlichen Seitenstraße

üppigen Sträucher und Blumen vor den alten, niedrigen Fachwerkhäusern auf. Es hat den Eindruck, als ob diese Rosen,  Malven oder Hortensien schon seit vielen Jahren einfach so zwischen dem Kopfsteinpflaster empor wachsen würden.  Beschreibt diese beschauliche Gemütlichkeit das Wort „hyggelig“? Diese blumigen Häuser, Gassen und Hinterhöfe sieht man jedenfalls überall in Dänemark.

Es gibt noch mehr zu entdecken

Nur gut 120 Meter vom Dom entfernt befindet sich die ‚Taarnborg‘ in der

Taarnborg - ehemaliger Bischofssitz in Ribe
Taarnborg – ehemaliger Bischofssitz in Ribe

Puggaardsgade, die vom Domplatz  Richtung Süden führt. Es ist ein großes Backsteingebäude aus der Renaissance, das früher als Bischofssitz diente.  Heute ist es ein Informationszentrum rund um den letzte Bischof Brorson. Ebenso finden hier Tagungen und Konzerte statt. Das Gebäude beeindruckt zwischen all den eher kleinen Häusern der Straße.

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Schloss Riberhus

Ribe war nicht nur Bischofssitz. Auch Könige und Königinnen residierten hier. Einziges Zeugnis vom Schloss Riberhus ist der noch erhaltene Schlosswall auf einer Fläche von ca 90*90 Metern etwas außerhalb der heutigen Stadt. Auf dieser Wallanlage sind lediglich Reste einer ehemaligen Schreiberstube als

Königin Dagmar blickt nach Ribe
Königin Dagmar blickt nach Ribe – Statue von Anne Marie Carl-Nielsen (1913)

Ruine zu sehen, sowie eine Bronzestatue von Königin Dagmar, die Anfang des 13. Jahrhunderts das Schloss bewohnte. Die Statue wurde im Jahr 1913 von Anne Marie Carl-Nielsen geschaffen.

Die Königin galt als Königin des Volkes, weil sie sich von König Valdemar nach der Hochzeit im Jahr 1205 kein Gold oder Geschmeide wünschte, sondern den Wunsch hatte, dass alle Gefangenen frei gelassen werden sollten und die hohen Steuern, die auf den Bauern lasteten, gesenkt werden sollten. Valdemar erfüllt ihr beide Wünsche, und Dagmar wurde bald eine vom Volk geliebte Königin.

Von dieser Wallanlage hat man einen schönen Blick auf das Stadtbild von Ribe. Es gibt einen abschließenden Eindruck auf diese kleine, aber sehr sehenswerte Stadt mit überraschend viel Geschichte!

Wohin mit dem Wohnmobil?

es gibt einen wirklich nah gelegenen Stellplatz mit Versorgungseinrichtungen, den ich hier vorgestellt habe. kostenloser Stellplatz Ribe

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